Bergschule Grund- und Gemeinschaftsschule Fockbek
 

Gelungene Kooperation zwischen Theater und Schule

9.- und 10.-Klässlerinnen der Bergschule Fockbek führten eigenes Jugenddrama in den Kammerspielen des Landestheaters auf

12.10.2017

Eine lange Schlange hatte sich am Donnerstag, den 12. Oktober gegen 19 Uhr vor dem Einlass der Kammerspiele des Landestheaters in Rendsburg gebildet. Einige Gäste, die auf eventuell zurückgegebene Karten gehofft hatten, mussten leider umkehren – ein ausverkauftes Gastspiel der Bergschule Fockbek, erdacht, inszeniert und dargestellt von den Schülerinnen des Wahlpflichtfaches „Gestalten“ der Jahrgänge 9 und 10.

Nachdem die Schülerinnen im Rahmen ihres Unterrichts an der Bergschule Fockbek kleine und wesentliche Elemente des Darstellenden Spiels kennen gelernt und diese bisher in kleinen Stückchen für den Bühnenauftritt umgesetzt hatten, sollte im vergangenen Schuljahr ein großes Theaterstück mit mehreren Szenen geplant und realisiert werden. Schnell waren sich alle einig, dass man weder ein Märchen parodieren noch irgendeine fertige Textvorlage inszenieren wolle. Es sollte ein Stück sein, mit dem sich 15-/16Jährige identifizieren können – etwas aus ihrem momentanen Leben! Sich anpassen oder rebellieren? Wie geht man damit um? Es sollte eine Art „Jugenddrama“ sein mit improvisiertem Text und Bezug zum Publikum.

Und so geht es im Stück mit dem Titel ANDERS um die etwas eigenwillige Nina, die neu an eine Schule kommt und von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern auf Grund ihrer unangepassten Art und ihres ebenso unangepassten Äußeren abgelehnt wird – mit Ausnahme zweier Jugendlicher, die ihr Anderssein interessiert, die sich aber dadurch bei ihren Freunden unbeliebt machen. Doch nur eine von ihnen schafft es, sich über alle Vorurteile und Konventionen hinweg zu setzen, um mit der Neuen, die so ANDERS ist, zusammen sein zu können. Und sie stellt fest, dass sie sich endlich verliebt hat – in ein Mädchen! Mit viel Mut und Überzeugung wagen sich die beiden in das Abenteuer, allen anderen zu zeigen, dass es wichtig ist, zu sich und seinen Neigungen und Leidenschaften zu stehen.

Ein zeitlich begrenztes Theaterstück mit umfangreichem und aussagekräftigem Inhalt auf die Bühne zu bringen - ein anspruchsvolles Unterfangen, wenn’s das erste Mal ist…. Im Unterricht wurden inhaltliche Ideen innerhalb von diversen Schreibwerkstätten umgesetzt und so viele theatrale Mittel wie möglich eingebaut. Konkret hieß das, mit möglichst wenig technischen Finessen, Requisiten und Kostümen zu planen, dafür mit vielen Symbolen, Synchronitäten und Spots. Kurz vor den Sommerferien gab es eine erste Aufführung des fertigen Stücks in der Bergschul-Aula. Das Angebot des Landestheaters, im Rahmen der Kooperation mit der Bergschule ein Gastspiel auf einer der Rendsburger Theaterbühnen zu geben, kam zum richtigen Zeitpunkt und begeisterte die Schülerinnen.

Und so gab es am Ende nicht nur viel Beifall, sondern auch Lob von den Profis. „So viele tolle Ideen bei der Szenen-Umsetzung, und Schüler, die ausdrucksstark in ihrer Rolle und Aussage sind!“, gratulierte Konrad Schulze, Theaterpädagoge des Landestheaters. Die Idee, nicht immer nur die Schulbühne zu bespielen, sondern die Bühnenatmosphäre eines Stadttheaters hautnah zu erleben, war ein voller Erfolg. Teil eines offiziellen Monatsprogramms und Kartenverkaufs des Landestheaters zu sein sowie natürlich die vorbereitenden Proben mit den Profitechnikern und nicht zuletzt „eigene“ Garderobenräume in den aufregend verschachtelten Bereichen hinter der Bühne – all dies feuerte die Spiellust der Schülerinnen zusätzlich an und brachte sie so hochkonzentriert wie noch nie in ihre Rollen! Wir sind dem Landestheater sehr dankbar für diese wunderbare Gelegenheit.

                                                                                                                                                                                                 Tania Ehmke

Bilder